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25 Jahre Samariterbund Wien – Gemeinschaft und Engagement in Vielfalt.

25 Jahre
Landesverband Wien

Die Geschichte des Samariterbundes Wien

Der Samariterbund Wien blickt auf eine lange und vielfältige Geschichte zurück. Seit seiner Gründung hat sich der Landesverband kontinuierlich weiterentwickelt und sein Angebot laufend an die gesellschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Anforderungen der jeweiligen Zeit angepasst. Was mit einzelnen Hilfsangeboten begann, wuchs im Laufe der Jahrzehnte zu einem breit aufgestellten Netzwerk aus Rettungsdienst, Pflege, sozialer Unterstützung, Ausbildung und Ehrenamt. Der Samariterbund Wien reagierte dabei stets auf die Herausforderungen, die sich im Lauf der Jahre stellten. Die Geschichte des Landesverbandes Wien ist geprägt vom Engagement aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen sowie der Zivildienstleistenden, die tagtäglich ihr Bestes geben, um gemeinsam Hilfe zu leisten. Sie zeigt, wie Hilfeleistung in Wien über viele Jahre hinweg kontinuierlich weitergedacht und umgesetzt wurde.

Ambulanzdienst

Der Samariterbund Wien ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner bei Großveranstaltungen und internationalen Events. Mit hoher fachlicher Kompetenz und großer organisatorischer Erfahrung leistet der Ambulanzdienst einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Sicherheit von Besucher:innen. 

Bereits 1984 übernahm der Samariterbund Wien unter der Leitung der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt erstmals die sanitätsdienstliche Betreuung des Donauinselfestes. Aus anfänglich rund 160.000 Besucher:innen entwickelte sich eine der größten Open-Air-Veranstaltungen Europas mit heute etwa 2,3 Millionen Besucher:innen an drei Tagen. Seit dem ersten Jahr sind hier jährlich hunderte Rettungs- und Notfallsanitäter:innen sowie Notärzt:innen im Einsatz. 

Ein weiterer Fixpunkt folgte 1988 mit dem ersten Wiener Frauenlauf, der seither ebenfalls sanitätsdienstlich von Samariter:innen begleitet wird. 

Bei der UEFA EURO 2008 übernahm der Samariterbund Wien gemeinsam mit anderen Wiener Rettungsorganisationen den Sanitätsdienst. Insgesamt standen rund 800 Sanitäter:innen, 60 Notärzt:innen und 100 Fahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz. Allein der Samariterbund leistete dabei über 70.000 Einsatzstunden

Auch bei internationalen Großereignissen wie den European Maccabi Games 2011, dem Eurovision Song Contest 2015 mit rund 400 Einsätzen sowie der Beachvolleyball-Europameisterschaft 2023 übernahm der Samariterbund Wien zentrale Aufgaben in der sanitätsdienstlichen Versorgung. 

Ausbildungszentrum

Das Ausbildungszentrum des Samariterbundes Wien bildet seit vielen Jahren die Grundlage für fachlich hochwertige Hilfeleistung. Es steht für praxisnahe Ausbildung, kontinuierliche Weiterentwicklung und die professionelle Vorbereitung auf vielfältige Einsatzbereiche. 

2002 wurde die Abteilung Schulung gegründet, aus der das heutige Ausbildungszentrum hervorging. Im selben Jahr fand der erste Kurs für Rettungssanitäter:innen statt. Bereits zu diesem Zeitpunkt umfasste das Angebot acht Kursformate – vom KHD-Basiskurs bis zum Rettungskommandantenkurs – mit insgesamt rund 60 Kursen

2010 wurde das Schulungsangebot um den Bereich Pflege und Betreuung erweitert. Mit dem ersten Kurs für Heimhelfer:innen reagierte der Samariterbund Wien auf den wachsenden Bedarf an qualifizierter Ausbildung in der Pflege. 

Mit Beginn der COVID-19-Pandemie 2020 wurden intensive Schulungen für Sanitäter:innen durchgeführt, insbesondere zu erhöhten Hygienemaßnahmen und Abstrichtechniken. Gleichzeitig startete die Ausbildung von Pflegeassistent:innen

2022 wurde der KHD-Aufbaulehrgang in die Rettungssanitäter:innen-Ausbildung integriert. Dadurch erhalten angehende Sanitäter:innen bereits im Grundkurs fundiertes Basiswissen im Bereich der Katastrophenhilfe. 

In den Folgejahren wurde das Ausbildungsangebot weiter ausgebaut: 2023 fanden bis zu 30 Rettungssanitäter:innen-Kurse pro Jahr statt. Zusätzlich wurden neue spezialisierte Kurse für Notfallsanitäter:innen eingeführt, in denen unter anderem die Notfallkompetenzen Venenzugang und Infusion, Beatmung und Intubation sowie Arzneimittellehre vermittelt werden. 

2024 startete der Pilotkurs Stabslehrgang. Zudem wurde ein Blaulichtsimulator angeschafft, der es Einsatzfahrer:innen ermöglicht, gefährliche Verkehrssituationen realitätsnah zu trainieren. Im selben Jahr nahmen rund 8.500 Personen an Erste-Hilfe-Kursen des Samariterbundes Wien teil.

Eine Rettungskraft leistet Erste Hilfe an einem bewusstlosen Mann.
Eine fürsorgliche Pflegerin des Samariterbundes misst einer älteren Dame den Blutzucker.
Eine Person im Schutzanzug führt einen Tests bei einer anderen Person durch.
Person im Fahrsimulator mit drei Bildschirmen, die eine Straßenansicht zeigen.
Frau in roter Uniform zeigt auf ein Plakat mit Erste-Hilfe-Anleitung.
Zwei Frauen posieren mit einem Skelettmodell in einem Bildungsumfeld.
Eine Gruppe von Rettungskräften in gelben Uniformen posiert gemeinsam in einem Raum.

Besuchs- und Therapiebegleithundestaffel

Die Besuchs- und Therapiebegleithundestaffel des Samariterbundes Wien leistet seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag zur sozialen, emotionalen und therapeutischen Förderung von Menschen jeden Alters. Speziell ausgebildete Hunde arbeiten dabei eng mit ihren Hundeführer:innen zusammen und fördern das Wohlbefinden von Kindern, Senior:innen sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen. 

Die Besuchshundestaffel wurde 2006 gegründet. Seitdem kommen die Teams in unterschiedlichen Einrichtungen und Lebenssituationen zum Einsatz und schaffen durch Nähe, Vertrauen und Interaktion besondere Momente der Unterstützung. 

Ein wichtiger Entwicklungsschritt folgte 2017 mit der Ausbildung der ersten Therapiebegleithunde am Messerli-Institut

2018 wurde die Arbeit der Staffel mit dem Landessieg in Wien bei den „Fressnapf hilft!“-Awards ausgezeichnet. 
2019 erhielt die Besuchs- und Therapiebegleithundestaffel besondere öffentliche Anerkennung durch Besuche bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie bei Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein

Ein fröhlicher Hund mit einem Halstuch sitzt auf der Wiese.
Ein Hund mit einem Halstuch läuft durch einen Hula-Hoop-Reifen.
Eine Person mit einem Hund steht vor einer Gruppe von Kindern im Klassenraum.
Ein Mann und Kinder interagieren mit einem Therapiehund in einem Klassenraum.
Vier ausgebildete Assistenzhunde liegen entspannt auf grünem Gras.
Gruppenfoto von Menschen und Hunden auf einer Wiese. Alle lächeln.

Essen auf Rädern

Seit 1994 sorgt der Samariterbund Wien mit Essen auf Rädern für eine verlässliche Versorgung von älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen. Ziel ist es, täglich nahrhafte Mahlzeiten bereitzustellen und damit Selbstständigkeit und Lebensqualität im eigenen Zuhause zu unterstützen. 

Mit der Einführung individueller Tagespakete im Jahr 2010 wurde das Angebot weiter an die persönlichen Bedürfnisse der Kund:innen angepasst. 

Ab 2016 setzte der Samariterbund Wien verstärkt auf nachhaltige Mobilität. Erste Pilotprojekte mit E-Lastenrädern wurden gestartet, 2017 folgte der Einsatz von E-Autos in der Auslieferung. Für dieses Engagement wurde der Samariterbund Wien 2017 und 2019 mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet. 

Während der COVID-19-Pandemie 2020 stellte Essen auf Rädern seine besondere Bedeutung für die Versorgungssicherheit unter Beweis. Zu Beginn der Pandemie wurden in Wien rund 26.000 Mahlzeiten mehr als im Vorjahr ausgeliefert. Für den nachhaltigen Einsatz erfolgte zudem eine Auszeichnung durch klimaaktiv mobil

In den darauffolgenden Jahren wurde das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt. 2023 wurden E-Kühlwägen Teil der Flotte. 2025 folgten eine neue Tourenplanungssoftware sowie ein modernes Bestell- und Warenwirtschaftssystem

Heute versorgt der Samariterbund Wien rund 3.000 Wiener:innen täglich mit Essen auf Rädern – Tendenz steigend. 

Eine lächelnde Frau erhält ein Paket mit der Aufschrift „Essen auf Rädern“.
Teller mit Rührei, Bratkartoffeln und Spinat auf einem Tisch.
Zwei Fahrer auf Lastenrädern liefern Essen in einer Wohnstraße.
Ein geparkter Lieferwagen mit dem Slogan
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit zwei Monitoren und arbeitet.

Flüchtlingshilfe

Der Samariterbund Wien engagiert sich seit vielen Jahren in der Betreuung und Unterstützung von geflüchteten Menschen. Ziel ist es, ihnen ein Zuhause sowie Schutz, Versorgung und Orientierung zu bieten und eine professionelle Begleitung sicherzustellen. 

2002 übernahm der Samariterbund Wien erstmals die Betreuung von Geflüchteten, zunächst temporär in der Pillergasse. Bereits 2004 folgte die Einrichtung fixer Unterkünfte in der Lazarettgasse, Taborstraße und Hammer-Purgstall-Gasse, wodurch eine kontinuierliche Betreuung ermöglicht wurde. 

Im Zuge der großen Flüchtlingsbewegung 2015 leistete der Samariterbund Wien umfassende Soforthilfe und baute seine Kapazitäten deutlich aus. Als kurzfristige Notmaßnahme wurde die Dusika Halle eröffnet. Zusätzlich entstanden zahlreiche Einrichtungen in der Grundversorgung, unter anderem in der Bendlgasse, Erdberg, Favorita, Großen Stadtgutgasse, im GZW Pavillon 6, in der Siemensstraße, Ziedlergasse, den OWS Pavillons 17 und 25 sowie im Liebhartstal. Dort wurde auch eine Beratungsstelle eingerichtet. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) entstanden eigene Betreuungseinrichtungen, darunter Mihan, Evans, Sidra und ebenfalls das Liebhartstal

Mit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 reagierte der Samariterbund Wien erneut rasch. Als Soforthilfe wurden Unterkünfte im Haidehof und im Hotel Ananas eingerichtet. In der Grundversorgung kam das Hotel de France hinzu. Zusätzlich startete eine Beratungsstelle für ukrainische Geflüchtete im U4 Center

2023 wurde das Unterstützungsangebot durch die Einführung eines Videodolmetschsystems erweitert, das Kommunikation in 62 Sprachen und Dialekten ermöglicht. 

Eine Lehrerin erklärt einer Gruppe von Schülern an einem Tisch.
Innenraum mit Bettgestellen, Menschen, die sich um Betten und Tische kümmern.
Ein Mann sitzt am Tisch und schreibt in ein Heft.
Blick auf das Hotel de France mit einem Fahrzeug des Samariterbundes davor.
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und schaut auf einen Computerbildschirm.

Katastrophenhilfsdienst

Der Katastrophenhilfsdienst des Samariterbundes Wien kommt dann zum Einsatz, wenn außergewöhnliche Ereignisse rasches, koordiniertes und professionelles Handeln erfordern. Mit langjähriger Erfahrung, spezialisierten Einheiten und hoher Einsatzbereitschaft leistet der Samariterbund Wien Hilfe im In- und Ausland. 

2004 erfolgte mit dem Erdbeben in Marokko der erste Auslandseinsatz des Landesverbandes Wien auf Anforderung des Bundesverbandes. Mit Rettungshunden unterstützten Wiener Samariter:innen die internationalen Hilfsmaßnahmen vor Ort. 

Ein Jahr später beteiligte sich der Samariterbund Wien am Tsunami-Einsatz in Sri Lanka. Über mehrere Monate wurde der Bundesverband mit Personal und Material unterstützt, unter anderem in den Bereichen Lagebeurteilung (Assessment), medizinische Hilfe und Trinkwasseraufbereitung

Beim Hochwasser in Oberösterreich 2013 versorgte die Verpflegungs- und Versorgungseinheit des Samariterbundes Wien täglich mit rund 9.000 Mahlzeiten betroffene Bewohner:innen, Einsatzkräfte und freiwillige Helfer:innen.  

Die Hochwasserhilfe in Bosnien und Serbien 2014 zählte zu den größten Sachspendenaktionen des Wiener Samariterbundes. Ein Hilfskonvoi mit zehn Sattelschleppern stellte dringend benötigte Hilfsgüter für die betroffenen Regionen bereit. 

In den Jahren 2015 und 2016 war der Samariterbund Wien im Rahmen des Flüchtlingseinsatzes in Wien im Dauereinsatz. Über mehrere Wochen wurden rund 4.500 geflüchtete Menschen mit warmen Mahlzeiten versorgt sowie Zelte, Feldbetten und Decken bereitgestellt. 

Während der COVID-19-Pandemie von 2020 bis 2023 betreute der Samariterbund Wien die größte Impfstraße Österreichs mit bis zu 15.000 Impfungen pro Tag. Insgesamt wurden in Impfzentren und Impfstationen über 2 Millionen COVID-19-Impfungen verabreicht. Allein 2022 erfolgten 375.760 Impfungen sowie 4.189.669 Testungen.

Drei Einsatzkräfte fügen Flüssigkeit in eine technische Ausrüstung ein.
Zwei Rettungskräfte stehen vor einer überfluteten Straße.
Ein Einsatzfahrzeug des Samariterbundes Wien auf einer Straße.
Ein Arzt verabreicht einer Person eine Impfung in einem Gesundheitszentrum.

Kinder, Jugend und Familie

Der Samariterbund Wien setzt sich im Bereich Kinder, Jugend und Familie seit vielen Jahren für Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und die nachhaltige Stärkung junger Menschen ein. Im Mittelpunkt stehen kostenlose, niederschwellige Angebote, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen helfen, ihre Fähigkeiten zu entdecken und zu entfalten. 

Um diese Ziele zu erreichen, wurde 2013 das erste LernLEO in der Großen Stadtgutgasse eröffnet. Das kostenlose Lernangebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren

In den darauffolgenden Jahren wurde das Angebot kontinuierlich erweitert. 2021 folgte die Eröffnung des zweiten LernLEO in der Raffaelgasse, 2022 jener des dritten Standorts in der Pöchlarnstraße

Ein weiterer Entwicklungsschritt erfolgte 2023 mit dem Start des von Forvis Mazars finanzierten Projekts „PowerLEO“. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien belegte die hohe gesellschaftliche Wirkung der LernLEOs: Der sogenannte Social Return on Investment (SROI) beträgt 22,09. Das bedeutet, dass jeder in das LernLEO investierte Euro einen gesellschaftlichen Mehrwert von 22,09 Euro schafft. Im selben Jahr wurde das Projekt „PowerLEO“ mit dem Österreichischen Integrationspreis ausgezeichnet. 

2024 startete das von der Stadt Wien finanzierte Projekt „PowerUP! – Superkräfte für starke Kinder“. 2025 folgte mit „Better together – miteinander sind wir stark“ das Nachfolgeprojekt von PowerUP!

Ebenfalls 2025 wurde das von der BAWAG finanzierte und unterstützte Jausenprojekt „LEObox“ beim Wiener Gesundheitspreis ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde ein partizipatives Kinderschutzkonzept erarbeitet. 

Mehrere LernLeo-Kinder und eine Lehrerin verstecken sich hinter Büchern, sodass nur ihre Augen sichtbar sind.
Ein Raum mit Lernmaterialien und Schülern, die an Tischen arbeiten.
Ein Mädchen lächelt am Tisch und arbeitet an einem Schulprojekt.
Gruppe von fünf Personen feiert mit einer Torte den 22. Geburtstag.
Eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen hält Lebensmittelbehälter in einer Küche.
Zwei lächelnde Mädchen posieren freundlich, eines zeigt das Peace-Zeichen.
Drei Kinder lernen gemeinsam, eine Lehrerin unterstützt sie beim Arbeiten.

Pflege und Betreuung

Der Samariterbund Wien engagiert sich seit 1997 im Bereich Pflege und Betreuung und unterstützt Menschen dabei, möglichst lange und gut versorgt in ihrem Zuhause leben zu können. Zu Beginn waren ausschließlich Heimhilfen in Wien im Einsatz, bereits kurze Zeit später wurde das Angebot um die Hauskrankenpflege erweitert. 

Seit 2010 werden Heimhelfer:innen und seit 2020 auch Pflegeassistent:innen beim Samariterbund Wien ausgebildet und damit gezielt Fachkräfte für den Pflegebereich qualifiziert. 

Ein wesentlicher Meilenstein war 2012 die Einführung der medizinischen Hauskrankenpflege, durch die eine medizinische Betreuung im häuslichen Umfeld ermöglicht wurde und die für viele Menschen eine spürbare Erleichterung darstellt. 

2014 wurde das Angebot um einen ehrenamtlichen Besuchsdienst erweitert. In den Jahren 2015 bis 2018 lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Hospiz- und Palliativversorgung, die im Rahmen des Projekts HPC umgesetzt wurde. 

2025, waren rund 270 Mitarbeiter:innen für etwa 1.000 Klient:innen im Einsatz und leisteten rund 21.000 Einsatzstunden. Außerdem wird verstärkt auf nachhaltige Mobilität gesetzt, unter anderem durch den zunehmenden Einsatz von E-Fahrzeugen

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch und besprechen Dokumente.
Eine Frau misst den Blutdruck eines Mannes auf einem Stuhl.
Eine ältere Frau und eine jüngere Frau sitzen entspannt auf einer Schaukel und lesen.
Eine ältere Person mit Rollator steht neben einer jüngeren Frau im Freien.
Eine ältere Frau und eine Betreuerin lächeln zusammen vor einem Fenster.

Rettungshundestaffel

Die Rettungshundestaffel des Samariterbundes Wien ist seit 1999 im Einsatz, um Menschen in Not aufzuspüren. Die speziell ausgebildeten Hunde sind auf Flächensuche, Mantrailing und Trümmersuche spezialisiert und arbeiten dabei eng mit ihren Hundeführer:innen zusammen. 

2023 beteiligte sich die Auslandskatastrophenhilfseinheit des Samariterbundes (SA-RRT) an den international koordinierten Rettungsmaßnahmen nach dem Erdbeben in der Türkei

2024 und 2025 nahmen die Vierbeiner und ihre Hundeführer:innen der Rettungshundestaffel an einer Hubschrauberübung des Österreichischen Bundesheeres teil, um die Zusammenarbeit und Einsatzfähigkeit unter realistischen Bedingungen weiter zu stärken. Beim Auf- und Abseilen bewiesen die Hunde und ihre Hundeführer:innen ihren Mut. 

Ein Mann hebt einen Hund in einem Park hoch.
Eine Gruppe von Menschen wandert auf einem Weg mit einem Hund im Gras.
Ein Hund steht in einem abgedunkelten Raum voller Trümmer.
Ein Hund blickt aus einem Loch in einem zerstörten Gebäude.
Ein Mensch in Schutzkleidung mit einem Hund im Rettungsdienst.

Rettungs- und Krankentransport

Der Rettungs- und Krankentransport des Samariterbundes Wien entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich weiter – insbesondere durch technologische Innovationen, organisatorische Anpassungen und den steigenden Bedarf an professioneller Notfallversorgung. 

2000 erfolgte der Umstieg auf ein neues Einsatzleitsystem (ELS). Erstmals war es möglich, das System über Stand-PCs und eine Computermaus zu bedienen. Zuvor erfolgte die Steuerung ausschließlich über Tastaturen an Monitoren, die an einen Großrechner angeschlossen waren. 

2009 folgte der Umstieg auf das Einsatzleitsystem RPS sowie die Umstellung des Datenfunks auf Car-Devices inklusive E-Card-Lesegeräten. Erstmals war damit auch die Navigation zum Einsatzort direkt über ein integriertes Navigationssystem möglich. 

Mit der Einführung des Einsatzleitsystems S1 im Jahr 2018 kamen erstmals Tablets im Krankentransportsystem zum Einsatz. Dies erleichterte sowohl die Transportvergabe durch die Leitstelle als auch die Kommunikation mit den Mitarbeiter:innen in den Einsatzfahrzeugen. Im selben Jahr wurde zudem das erste E-Fahrzeug für den Ärztefunkdienst in Wien in Betrieb genommen. 

Die COVID-19-Pandemie ab 2020 stellte den Rettungsdienst vor große Herausforderungen. In diesem Zeitraum waren Sanitäter:innen unter anderem befugt, COVID-Abstriche durchzuführen. 

2023 wurde der OGM/APA-Vertrauensindex veröffentlicht, in dem der Samariterbund einen sehr hohen Vertrauenssaldo von 70 Prozent erreichte. Ebenfalls in diesem Jahr wurden insgesamt rund 5.400.000 Kilometer zurückgelegt – das entspricht einer 136-maligen Umrundung der Erde

2024 wurde der neue Rettungsstützpunkt Petritschgasse eröffnet. Auf einer Fläche von 4.500 m² arbeiten dort rund 400 Samariter:innen. Beim Bau wurde besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, unter anderem durch E-Parkplätze und eine Photovoltaikanlage

Ebenfalls 2024 wurde das System RettPRO eingeführt. Die Fahrzeugkontrolle erfolgt seither digital, und durch die zentrale Dokumentenverwaltung haben Mitarbeiter:innen jederzeit Zugriff auf alle für den Dienst notwendigen Unterlagen. Im selben Jahr verzeichnete der Samariterbund Wien 278.305 Einsätze, was durchschnittlich 760 Einsatzfahrten pro Tag entspricht. 

Ein Mensch sitzt an einem Schreibtisch mit drei Bildschirmen und arbeitet am Computer.
Hände mit blauen Handschuhen tropfen Flüssigkeit auf einen Teststreifen.
Ein Rettungswagen des Samariterbundes parkt vor einem modernen Gebäudekomplex.

Samariterjugend

Die Samariterjugend des Samariterbundes Wien bietet Kindern und Jugendlichen seit vielen Jahren die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, soziale Verantwortung zu übernehmen und erste Einblicke in die Werte und Tätigkeitsbereiche des Samariterbundes zu gewinnen. 

2000 fand der erste Nikolauszug der Samariterjugend statt. 

Ab 2003 wurden Zeltlager im Burgenland organisiert, die für viele Kinder ein besonderes Erlebnis darstellten und erstmals Erfahrungen außerhalb des städtischen Umfelds ermöglichten. Ergänzend dazu fanden bundesweite Ausflüge statt, die dem gegenseitigen Kennenlernen dienten. Die Samariterjugend engagierte sich zudem regelmäßig bei Vorführungen und Aktivitäten im Rahmen des Tages des Samariterbundes sowie beim Donauinselfest

Während der COVID-19-Pandemie 2020 wurden die Aktivitäten der Jugendgruppen an die geltenden Kontaktbeschränkungen angepasst. Durch Online-Angebote konnte die Gemeinschaft auch in dieser Zeit aufrechterhalten werden. 

2025 waren rund 300 aktive Mitglieder in den Wiener Jugendgruppen engagiert. 

Gruppe von Kindern mit Weste an einem Zug während eines Ausflugs.
Ein Mädchen wirft einen Frisbee auf einer grünen Wiese.
Zwei Kinder sitzen auf einer Decke im Park und genießen Snacks.
Ein lächelnder Junge trägt einen roten Umhang mit einer Aufschrift.
Gruppe von Jugendlichen in leuchtenden Jacken steht auf einer Wiese vor einem Gebäude.

Senioren-Wohngemeinschaften

Mit den Senioren-Wohngemeinschaften schafft der Samariterbund Wien seit vielen Jahren Wohnformen, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft ermöglichen. Ziel ist es, Eigenständigkeit zu erhalten und gleichzeitig bedarfsgerechte Unterstützung in einem familiären Umfeld anzubieten. 

2012 wurde mit der Senioren-Wohngemeinschaft Mühlgrundgasse der erste Standort eröffnet. Auf einer Fläche von 425 m² entstanden acht Wohneinheiten, die gemeinschaftliches Wohnen mit individueller Betreuung verbinden. 

2015 folgte die Eröffnung der Senioren-Wohngemeinschaft Kapaunplatz. 2019 wurde das Angebot weiter ausgebaut: Mit den Standorten Helene-Thimig-Weg, Herbortgasse und Braunhubergasse konnten zusätzliche Wohnplätze für Senior:innen geschaffen werden. 

Ein fixer Bestandteil des gemeinschaftlichen Lebens ist die jährlich stattfindende „Seniorengaudi“, die den sozialen Austausch und das Miteinander stärkt. Auch die Adventfeiern in den Wohngemeinschaften haben sich als wiederkehrender Bestandteil im Jahreslauf etabliert. 

2024 feierte die Senioren-Wohngemeinschaft Helene-Thimig-Weg ihr fünfjähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums wurden unter anderem Filmaufnahmen für ein Imagevideo erstellt, das Einblicke in das Leben in den Wohngemeinschaften bietet. 

Helles Zimmer mit Tisch, Stühlen und einer Couch in lila.
Drei Frauen sitzen am Tisch und genießen ein Gespräch bei Kaffee und Kuchen.
Ein Musiker spielt fröhlich auf einem Akkordeon in einem Veranstaltungsraum.
Eine ältere Frau gießt Pflanzen in einem Garten auf einer Terrasse.
Moderne Küche mit Kochinsel, Fenstern und verschiedenen Küchengeräten.
Ein einladender Raum mit einem Tisch und Stühlen für gemeinschaftliche Aktivitäten.

Soziale Innovation und Corporate Volunteering

Die Abteilung Ehrenamt und Soziale Innovation des Samariterbundes Wien besteht seit 2019 und bildet einen zentralen Baustein in der Gewinnung, Vermittlung und Begleitung von Ehrenamtlichen. Ziel ist es, freiwilliges Engagement strukturiert zu fördern und sichtbar zu machen. 

2020 startete das Projekt „reden.tut.gut.“ in Kooperation mit der Volkshilfe und dem Pensionistenverband Österreichs (PVÖ). Das Angebot stellt Zuhören, Austausch und soziale Nähe in den Mittelpunkt und richtet sich an Menschen mit Gesprächsbedarf. 

2021 wurde erstmals eine Rikscha-Ausfahrt für mobilitätseingeschränkte Menschen durchgeführt. Seither ermöglichen ehrenamtliche Fahrer:innen regelmäßig Ausfahrten und legen jährlich rund 1.800 Kilometer zurück. Ebenfalls 2021 begann die Sozialberatung in den Sozialmärkten des Samariterbundes Wien. Dieses niederschwellige Angebot unterstützt Menschen in schwierigen Lebenslagen. 

Mit dem Samariter Suppentopf (seit 2022) und der Samariter Jausenecke (seit 2023) wurden weitere soziale Projekte umgesetzt, die auf Versorgung, Begegnung und Unterstützung ausgerichtet sind. 

2024 wurde das Projekt Soziale Landwirtschaft gestartet. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen werden dabei Obst und Gemüse angebaut und nachhaltiges Handeln gefördert. 

Im Jahr 2025 engagieren sich über 230 Ehrenamtliche in sozialen Projekten des Samariterbundes Wien. Im selben Jahr konnte beim Samariter Suppentopf die 200.000ste Mahlzeit ausgegeben werden. 

Drei Personen in einem Fahrrad-Rickshaw lachen und genießen die Fahrt an einem Weg.
Ein Mann serviert Essen aus einer Schüssel auf einen Teller.
Ein Mann schneidet einen Ast im Freien, während eine Gruppe zuschaut.
© NIKLAS STADLER | www.niklasstadler.at

Sozialmärkte

Der Samariterbund Wien betreibt seit vielen Jahren Sozialmärkte (SOMA), um Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu leistbaren Lebensmitteln zu ermöglichen und gleichzeitig einen Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung zu leisten. 

2009 wurde mit dem SOMA Frömmlgasse der erste Sozialmarkt eröffnet. Bereits zwei Monate nach der Eröffnung zählte der Standort rund 1.000 Kund:innen. 2010 folgte die Eröffnung des zweiten Sozialmarkts in der Pillergasse

Mit dem SOMA Gellertgasse wurde das Angebot 2014 weiter ausgebaut. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 8.500 Kund:innen versorgt und insgesamt 620 Tonnen Lebensmittel gerettet. 

2019 eröffnete der Samariterbund Wien zwei weitere Standorte: den SOMA Böckhgasse sowie den SOMA Donauzentrum. In diesem Jahr nutzten rund 17.000 Kund:innen das Angebot, und es konnten insgesamt 1.000 Tonnen Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt werden. Zudem wurde dem Samariterbund Wien der Klimaschutzpreis Rudolfsheim-Fünfhaus verliehen. 

Seit 2021 ergänzt eine Sozialberatung in den Sozialmärkten das Angebot. Diese stellt ein niederschwelliges Unterstützungsangebot für Menschen in finanziellen oder sozialen Notlagen dar. 

2024 wurden in den Sozialmärkten insgesamt 1.867 Sozialberatungen durchgeführt. 

Im Jahr 2025 wurden rund 26.500 Kund:innen in den Wiener Sozialmärkten versorgt. Pro Jahr werden etwa 1.300 Tonnen Lebensmittel gerettet, was einer Einsparung von rund 1.000 Tonnen CO₂-Emissionen entspricht. 

Menschen warten mit Einkaufswagen in einem Supermarkt.
Ein belebter Verkaufsraum mit Brot und Gebäck, viele Menschen sind anwesend.
Zwei Personen führen ein Gespräch an einem Tisch mit einem Laptop.
Frisches Gemüse: Mangold mit roten Stielen und gelbe Zucchini.

Wasserrettung

Seit dem Jahr 2000 ist die Wasserrettung ein fixer Bestandteil des Samariterbundes Wien und trägt zur Sicherheit in und an Wiener Gewässern sowie in Badeanlagen bei. 

2022 wurden erstmals Aktionen im Rahmen des World Drowning Prevention Day in Wiener Sommerbädern durchgeführt, um auf die Bedeutung von Schwimmsicherheit und Prävention aufmerksam zu machen. 

Ein Jahr später folgte die Einrichtung der Abteilung Wasserdienst im Landesrettungskommando. Mit insgesamt vier Booten – darunter die von Bürgermeister Michael Ludwig getaufte „Susanne“ – werden seither regelmäßig Übungen und Überwachungsdienste durchgeführt. 

Darüber hinaus bildet die Ausbildung einen zentralen Schwerpunkt: Jährlich finden rund 130 Kurse in ganz Wien statt, die sich an Kinder und Erwachsene, Anfänger:innen und Fortgeschrittene richten. Neben Schwimmkursen werden auch Rettungsschwimmkurse sowie spezielle Angebote für geflüchtete Menschen, Sportschwimmen und inklusive Schwimm- oder Tauchkurse durchgeführt. Insgesamt nehmen über 1.250 Personen in 11 Wiener Bädern an den Schwimm- und Rettungstrainings des Samariterbundes Wien teil. 

Mann schwimmt im Pool, während eine weitere Person im Hintergrund schwimmt.
Rettungsboot mit fünf Personen in roten Uniformen auf einem Gewässer.
Drei Personen im Wasser, zwei halten jemanden auf einem Schwimmbrett.
Ein Rettungsschwimmer zieht eine bewusstlose Person im Wasser mit einem Schwimmring.
Personen winken von einem Boot auf einem Gewässer.

Wohnunglosenhilfe

Der Samariterbund Wien engagiert sich seit vielen Jahren in der Unterstützung von Menschen, die kein Zuhause haben. Ziel ist es, Schutz, Stabilität und bedarfsgerechte Unterstützung anzubieten und damit Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen. 

2005 wurden die ersten Einrichtungen für wohnungslose Menschen eröffnet. In den darauffolgenden Jahren wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut. Heute umfasst die Wohnungslosenhilfe unter anderem die Einrichtungen Haus R3, Haus Sama, Haus Max Winter, Haus RiGa, Haus Holbeingasse sowie das Chancenhaus Kerschensteinergasse

Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt war die Eröffnung des Internetcafés ZwischenSchritt, das wohnungslosen Menschen den Zugang zur digitalen Infrastruktur ermöglicht und damit Teilhabe und Orientierung unterstützt. 

Seit 2015 werden in den Wintermonaten zusätzlich Notquartiere betrieben, um Menschen in besonders kalten Nächten einen sicheren Schlafplatz und Schutz vor der Kälte zu bieten. 

Darüber hinaus umfasst das Angebot der Wohnungslosenhilfe stationär betreutes Wohnen, soziales Wohnungsmanagement sowie mobil betreutes Wohnen. Insgesamt verzeichnet die Wohnungslosenhilfe des Samariterbundes Wien rund 218.500 Nächtigungen pro Jahr

Mehrstöckiges Wohngebäude mit Bäumen und frischem Grün im Vordergrund.
Zwei Personen sitzen auf einer Bank und lächeln miteinander, ein Hund ist dabei.
Eingang zum Haus Max Winter, Adresse: 20, Tür mit Fenster.
Eine Person sitzt alleine an einem Computer in einem lichtdurchfluteten Raum.
Blick auf eine Rasenfläche mit Bänken und Hochbeeten im Hintergrund.
Ein Raum mit Informationen zum Offenen Haus und einer Uhr an der Wand.
Eine Person schöpft etwas aus einem Behälter, während eine andere zuschaut.
Ein Garten mit Bäumen, einem Holzschuppen und einem kleinen Gemüsebeet.
Ein schlichtes Zimmer mit einem Bett, einem Fenster und einem Schrank.